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Mumbai - Sein und Schein

Wo westliche Dekadenz und bittere Armut aufeinandertreffen in der "urbs prima indies":
7 Religionen, 7 Sprachen, 20 Millionen Lebenskünstler.


Als eine der faszinierendsten und anstrengendsten Städte dieser Welt präsentiert sich die 20-Millionen-Metropole Mumbai an der im Westen des indischen Subkontinents gelegenen Malabar-Küste.

Die ursprünglich 7 Inseln in der "guten Bucht" (portugiesisch: Bom Bahia, später "Bombay") wurden im Laufe der Jahrhunderte von den Briten, die die malariageplagte Fischerregion von den Portugiesen übernahm, mit aufwändigen Landgewinnungsmaßnahmen zu einer Landmasse zusammengefügt, dem heutigen "Südmumbai". Hier befinden sich alle historischen Gebäude und touristischen Attraktionen, u. a. der "Gateway of India", das Wahrzeichen der Stadt. Schnell fällt einem auch die soziale Hierarchie der Mumbaikaars auf; kurze Hosen und kurze &Aeuml;rmel sind dem "einfachen Volk" vorbehalten; wer etwas auf sich hält, der steigt auch bei 40 Grad im Schatten im massgeschneiderten Anzug in ein unklimatisiertes Taxi.

Die Stadt war von Beginn der britischen Herrschaft, des "Raj", der wirtschaftlich wichtigste Standort Südasiens und trägt bis heute in Drittel der indischen Einkommenssteuer bei. Dabei können die Unterschiede in der Metropole nicht größer sein: mehr Dollarmillionäre als in Deutschland und der größte Slum der Welt. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung zieht die Stadt Menschen aus allen Teilen Indiens an, in Bombay sind alle Kulturen, alle Sprachen und alle Religionen Indiens vertreten.



Sehenswürdigkeiten:

Gateway of India

Zum Besuch des englischen Königs errichtet, war der Gateway am Ende der britischen Besatzung das Symbol für den Abzug. Neben dem Taj Mahal und dem Char Minar das dritte weltbekannte Bauwerk Indiens.

Taj Mahal Hotel

Direkt hinter dem Gateway steht das wunderschöne Taj Mahal Hotel, dass aber auch als Hotel eine Klasse für sich ist. Das Cafe und die verschiedenen Restaurants im alten Flügel sind ebenso zu empfehlen wie die Einkaufspassage im Keller mit dem bestsortiertesten Kiosk Mumbais.

Victoria Terminal/Chatrapati Shivahji Terminal

Einer der grössten Bahnhöfe der Welt - und einer der schönsten. Das wohl grossartigste Gebäde aus der Erbschaft des Raj; heute nicht mehr nach Queen Victoria, sondern nach dem regionalen Kriegsfürsten Chatrapathi Shivaji benannt. Von hier waren die Züge nach Goa und Kerala.

Queen's Necklace/Chowpatty Beach

Nur wenige Meter vom Meer entfernt verl&aeuml;ft die Prachtstrasse der Stadt durch die Bucht am Malabar Hill. Früher der "Marine Drive" heisst es heute "Netahji Subachandra Bose Marg". Und das ist selbst für Inder zu kompliziert, so dass sie mit der erstgenannten Bezeichnung auch keinen Affront begehen. Wenn nachts die Strassenleuchter angehenen, verwandelt sich die Strasse in das "Queen's Neckace", da es von Malabar Hill wie ein funkelndes Perlenhalsband aussieht.Am nördlichen Ende liegt der "Chowpatty"-Strand, der zwar nicht gerade zum Baden einl&aeuml;dt, wo aber jedes Wochenende es sich die Mumbaikars gutgehen lassen und entweder am Strand oder in den naheliegenden Restaurants essen gehen.

Malabar Hill

Der Wohnort der Reichen und Schönen über der Bucht. Auf dem höchsten Punkt befinden sich die "Hanging Gardens", ein Blumenpark auf dem Trinkwasserreservor und der Nehru-Park mit dem schönsten Blick auf die Stadt und Chowpatty Beach.

Bandra Bandstand und St. Mary's Church

Weiter nördlich befindet sich das aufstrebende Bandra, die heute Malabar Hill als beste Wohngegend den Rang streitig macht. Dafür wurde die Meerpromenade gründlich herausgeputzt und l&aeuml;dt nun zum Flanieren ein. Am südlichen Ende befindet sich der Park am Lands' End, ein beliebter Picknick-Platz. Etwas höher gelegen ist die schönste katholische Kirche der Region mit einem schönen Blick auf das Meer.

Chor Bazaar

Im Crawford Market bieten dutzende Händler unter einem Dach alle Früchte und Gewürze des indischen Subkontinents an. Touristen sind gerne gesehen, denn die zahlen die höchsten Preise... Der berüchtigte "Diebesmarkt" befindet sich nördlich des Crawford Market am Beginn des muslimischen Viertels. Hier gibt es alles (mehr oder weniger legal), von Ersatzteilen über Haushaltsgeräte zu Spielzeug, angeboten in einem verwirrenden Gassenlabyrinth.

Das Grab von Haji Ali

Die bedeutendste muslimische Stätte der Westküste ist das Grab des Haji Ali, der 100m vor dem rettenden Ufer ertrank. Heute führt ein Weg (der nur bei Ebbe überquert werden kann) zur küstlichen Insel mit der Moschee. Auch wenn man die Moschee als Nicht-Muslim natü,rlich nicht betreten darf, kann man sich auf der Insel frei bewegen und sich unter die Gläubigen mischen.

Kala Ghoda

Im Künstlerviertel am Rande von "Fort" (wo sich auch die wichtigste Börste Indiens befindet) gibt es die schönsten Läden und Restaurants der Stadt. Auch die einzige Synagoge Indiens und das Goethe Institut (das in Indien nach dem berühten Indologien Max Mueller benannt ist) kann man dort besuchen.



Mumbai liegt an der Westküste des indischen Subkontinents am Übergang zwischen Nord- und Südindien. Die Malabarküste ist weniger niederschlagsreich als die südlicher liegenden Küsten von Goa, Karnataka, Kerala und Tamil Nadu; die starken Temperaturschwankungen der nördlichen Bundesstaaten sind auch unbekannt, es ist das ganze Jahr über warm bis heiss. Es gibt in Mumbai drei Jahreszeiten: Winter, Sommer und Monsun.

Der Winter beginnt an der Malabarküste Mitte Oktober, wenn die Monsunniederschläge nachlassen und die Nachtemperaturen sinken. Während die Tagestemperaturen weiterhin die 30 Grad Celsius Marke überschreiten wird es Nachts empfindlich kühl; von Dezember bis Februar fällt das Thermometer in den Nachtstunden meist unter 15 Grad. Zwischen Dezember und März fällt so gut wie kein Tropfen Regen.

Der Sommer beginnt Mitte März, wo die durchschnittlichen Tageshächsttemperaturen 35° Celsius regelmässig überschreiten; auch abends wird es kaum mehr kühler als 20 Grad. Ab Ende April wird es unangenehm heiss und der Mai wird aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen, die das Leben in der Stadt sehr anstrengend machen, traditionell von den Mumbaikars als Urlaubsmonat genutzt.

Ende Mai beginnen die ersten Regenfälle, die im Juni an Intensität gewinnen. Das nimmt dem Wetter die Hitze, allerdings ist die Niederschlagsmenge pro Regenstunde so hoch, dass Überschwemmungen und Transportbeeinträchtigungen an der Tagesordnung sind. Im Juli gibt es kaum noch trockene Tage und der Monsun erreicht seinen Höhepunkt. August und September präsentieren sich mit für Indien ausgesprochen milden Temperaturen, selten über 30 Grad, und nur noch gelegentlichen (aber nicht minder starken) Regenfüllen.



Die übliche Bekleidung für Männer in Mumbai ist langärmeliges Hemd und lange Baumwoll-Hose (keine Jeans-Cargos) und saubere Lacklederschuhe. Kurzärmelige Hemden und besonders kurze Hosen sind verpönt, da sich damit die niederen Kasten kleiden. Auch Sandalen werden höchstens in der Freizeit getragen, nicht in der Stadt. Für Frauen sind Blusen (hier spielt die Ärmellänge keine Rolle, hauptsache die Schulter und das Dekolleté sind verdeckt) und lange Stoffhosen bzw. Röcke die beste Wahl. Sportschuhe sind Teenagern vorbehalten, genau so wie auffälliges Make-up. Von der Touristen-üblichen Bekleidung Shorts und T-Shirt sollte man auch als Besucher Abstand nehmen, da man damit gleich weniger respektiert und schlechter behandelt wird, als wenn man sich den indischen Normen anpasst. Für Inder ist es unverständlich, dass sich "reiche" Westler anscheinend keine vernünftige Bekleidung leisten können...

Für den Abend empfehlen sich leichte Fleece- und Strickjacken, da es doch empfindlich kühl werden kann. In Monsunzeiten ist eine hüftlange Regenjacke einem Regenschirm im Gewühl von Mumbai auf jeden Fall vorzuziehen.

Männer begrüssen sich meist mit Handschlag, bei Frauen sollte man warten, wie sie agieren. Je nach Religion und sozialem Stand sind hier die Sitten unterschiedlich. Bei geschäftlichen Treffen werden dazu werden die Visitenkarten ausgetauscht, die den Status des Gegenüber verraten. Trotz des immer sommerlichen Temperaturen sollte man auf Sakko oder Jacke nicht verzichten, da Gesch&aauml;ftsr&aauml; oft auf unter 20 Grad heruntergekühlt werden und man sich schnell erkälten kann.

Beim Essen in Indien sollte man sich folgende Regel zu Herzen nehmen: "Boil it, Peel it or forget it!" Daher sollte man nur Früchte kaufen, die man schälen muss (also z. B. Ananas, Mango, Banane, Apfel....) und darauf achten, dass Snacks gekocht oder frittiert wurden. Auch in besseren Restaurants ist das bereitgestellte Wasser oft nicht abekocht und man sollte bei der Bestellung von kalten Getränken erwähnen, dass man keine Eiswürfel möchte (die ebenfalls Leitungswasser enthalten, dass für westliche Verdauungsorgane nur schwer verträglich ist).

Gesundheitlich am meisten zu schaffen machen meist das Klima und das Essen. Im Stadtgebiet selbst ist eine Malariaprophylaxe nicht nötig (die ärztliche Versorgung ist hervorragend, Touristen sollten sich bei Notfällen an das Breach Candy Hospital wenden), für das Umland, besonders zu Monsunzeiten, empfehlenswert. Impfungen für Diphterie, Tetanus und Tollwut und Hepatitis sollte man vor Abreise aufgefrischt haben; diese empfehlen sich übrigens für alle "Dritte-Welt"-Länder.

Die Taxen sind ge-"metered", d. h. es wird (ausser Nachts, wo oft ein Sonderpreis verlangt wird) grundsätzlich der Taxameter angestellt. Anhand einer im Taxi vorliegenden Umrechnungstabelle wird aus dem angezeigten Wert dann der Fahrpreis berechnet. Trinkgeld in Taxen zu geben ist unüblich. Bei den dreirädrigen "Auto-Rickshaws" die in den Suburbs und im restlichen Indien das Hauptverkehrsmittel darstellen, muss vor Abfahrt ein Preis verhandelt werden. Es ist auch für Inder normal, für dieselbe Strecke an 5 Tagen der Woche 5 verschiedene Preise zu bezahlen.

Die indische Währung ist die Rupie (1 Euro ca. 50 Rupien) unterteilt in 100 Paisa (die nur noch als "Bettlermüzen" im Umlauf sind). In Mumbai befinden sich an vielen Bankfilialen und an den Bahnhöfen Geldautomaten, die mit den bekanntesten Kreditkarten und der europäischen "Maestro"-Karte (früher EC-Karte) funktionieren. Auch Traveler-Schecks kann man bei den meisten Bankfilialen einlösen, die American Express Filiale am Anfang des Colaba Causeway ist besonders gut auf Touristen eingestellt.



Und hier noch ein paar weiterführende Links...

Wikipedia-Eintrag

Sehr ausführlicher Artikel mit einer Vielzahl von Fakten und Statistiken.

Mumbai on the Net (engl.)

Ob Stadtpläne, Shopping- oder Ausgehtipps, hier ist der zentrale Anlaufpunkt für zukünftige Mumbai-Besucher.

Metroblogging Mumbai (engl.)

Sehr schönes Online-Tagebuch aus und über die erste Stadt Indiens.

Max Mueller Bhavan Mumbai

Das Goethe-Institut präsentiert sich und eine Vielzahl an Veranstaltungen.

Bombay: Polarisierung in Indiens grösster Stadt

Langer und lesenswerter Artikel über Mumbai und den Kontrast zwischen arm und reich.

Die Indien-Rundschau

Aktuelle Indien-Nachrichten der dt. Medien kompetent kommentiert.

Indien-Rezepte: Kochen wie Shiva in Indien

Die beliebtesten indischen Rezepte nachgekocht und dokumentiert.

Indien Aktuell

Grösstes deutschsprachiges Indien-Forum.


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